Geschichte

 

Architektur

 

 

 

Die Herrschaft Pernegg wurden dem Gallus Freiherrn von Racknitz im Jahre 1576 in den alleinigen Besitz übergeben. Er war der Enkel von Magdalena von Pernegg, welche mit Christoph von Racknitz verheiratet war. Gallus von Racknitz war mit Anna, der Tochter des Adam von Trauttmansdorff, vermählt. Sein eigenes Vermögen und das seiner Frau, erlaubte es ihm, anstelle der unwohnlichen, mittelalterlichen Burg etwas tiefer unten am Berghang das neue Renaissanceschloss zu errichten. Vermutlich hat er dafür einen italienischen Baumeister der aus der Schule des großen del Allio stammen könnte - welcher den Grazer Landhaushof erbaut hat - beauftragt.  Nach vierjähriger Bauzeit (1578–1582) war das Schloss fertig. Gallus von Racknitz konnte sich seines neuen Schlosses nicht lange erfreuen den er starb bereits 1588 und das Pernegger Erbe viel an seinen Bruder Franz und nach dessen Tod (1615) an seinen Sohn Gallus III.. Dieser – so wie seine Vorfahren überzeugte Lutheraner – verließ kurz nach der Schlacht am Weissen Berg in Böhmen aus Glaubensüberzeugung Anfang 1629 die Steiermark, und verkaufte die Herrschaft Pernegg am 29. Juli 1629 an Hans Thomas Casinedi.

 

Das Schloss Pernegg (Bäreneck) ist ein quadratischer drei - geschossiger Vierflügelbau mit dem Rustika - Portal im Nordtrakt. An 2 ½ Seiten das Innenhofes dreigeschossige vorgelegte Pfeilerarkaden mit starker Anlehnung an den Grazer Landhaus - Hof. Der dreigeschossige nahezu quadratische Pfeilerarkadenhof des Schlosses vollzieht sich in acht Achsen, wobei die drei Geschosse nicht ganz gleich gestaltet sind. Im obersten Geschoss nimmt die Arkadenhöhe ab. Geschossgliederung durch Rundstäbe. Die Geschosshöhe nimmt nach oben hin ab was sich an Pfeilern, Pilastern und an den nach oben hin immer niedriger werdenden Arkaden ersehen lässt. Ein weiterer Gestaltungsunterschied wird in den Laubengängen ersichtlich. Während das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss kreuzgratgewölbt sind, befindet sich im Dachgeschoss ein Platzelgewölbe – die so genannte Böhmische Kappe. Im Westflügel befindet sich das sogenannte Bischofskammerl“,  in dem der Legende zufolge ein  Bischof im Zuge der Reformation eingemauert gewesen sein soll. Dort an der Decke 2 Kreuzgratgewölbe mit antik-mythologischen Szenen, die Mathias Echter zugeschrieben werden. Öfen aus 1780.

 

Die Casinedis waren bis 1688 Eigentümer von Pernegg. In diesem Jahr wurde die Herrschaft an Jakob Graf Leslie verkauft. Die aus Schottland stammenden Grafen Leslie sollten Pernegg bis 1804 besitzen. Anton Reichsgraf von Leslie vereinigte einen riesigen – vor allem in der Steiermark gelegenen – Besitz. Er starb am 22.Februar 1802 als letzter seines Geschlechts. Mit ihm erlosch die Familie im Mannesstamm in Österreich und in Deutschland. In England dagegen lebt sie weiter. Als die Familie ausstarb ging Pernegg in den Besitz des Grafen Douglas von Dietrichstein über, der diese jedoch sofort dem Josef Freiherren von Egger verkaufte. Mit Vertrag vom 10.10.1864 kaufte Fürstin Julie von Öttingen-Wallerstein die Herrschaft Pernegg. Fürstin Julie war Besitzerin der großen Herrschaft Waldstein und kaufte Pernegg zur Abrundung ihres ausgedehnten Forst- & Jagdbesitzes. Im Jahre 1879 wird Mathilde Lippitt, geborene Ritter von Miller zu Aichholz, Eigentümerin des Herrschaftsbesitzes von Pernegg. Ihr folgen in direkter Linie ihr Sohn Alfred Josef, Markus von Pongratz-Lippitt und Dr. Oscar von Pongratz-Lippitt. Seit 2006 ist die Pongratz-Lippitt Stiftung „Herrschaft Pernegg“ Eigentümerin des Schlosses.

 

Ofen in der alten Gerichtsstube aus ca. 1810

 

 

Bischofskammerl

Im Nordtrakt des Schlosses ist in der Wandfläche zwischen dem Bogenscheitel des ersten Obergeschosses und der Brüstung des Dachgeschosses eine gemalte Sonnenuhr (datiert 1601) eingefügt. Die regelmäßige Anordnung der Türen in den Laubengängen sind ein typisches Merkmal der Renaissance – barocke Zutaten finden sich an den Türen welche profilierte Ohrenrahmen aufweisen. Im West- und Südflügel Rokoko- Stuckdecken und ausgiebige Wandmalereien der gleichen Zeit. Die Kapelle im Erdgeschoss des Nordflügels mit einem Altar aus 1700 und Stichkappentonne an der Decke. An Stelle des Altarbildes Glasgemälde „Maria mit dem Kind“ mit den Wappen der Familien Ritter von Miller zu Aichholz und Lippitt aus ca. 1890. Zweiteres in Form des damaligen Wappens der Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Mauttafel der Grafen Leslie

 

Alte, original erhaltene Gerichtsstube aus ca. 1835 der „Herrschaft Pernegg“ im Erdgeschoss. Mur - Mauttafel der Grafen Leslie aus 1749. In der Einfahrt an der Nordseite Wappen der Familien Freiherrn von Racknitz, Grafen Trauttmansdorff und Leslie, Fürsten Öttingen, Lippitt und

von Pongratz.

 

Wappen der Familie von Pongratz